… bitte tut mir einen Gefallen und zieht eure zu großen Brillen aus. Die achtziger Jahre sind vorbei und Vintage war gestern. Ich habe mich damals schon für das Aussehen von den Erwachsenen mit diesen Brillen geschämt. Und das ist dreißig Jahre her! Ihr macht euch so was von lächerlich! Schaut euch mal Bilder aus euren Familienalben an, zieht euch eure Eltern rein und fragt die mal, was sie abgesehen von ihrer verlorenen Jugend bei der Betrachtung dieser Bilder empfinden. Genau das wird euch in wenigen Jahren auch ereilen, allerdings werden eure Kinder den Respekt vollends vor euch verlieren, da ihnen die billige Kopie und eure ungeheure Einfältigkeit ins Auge stechen wird. Und dafür brauchen sie nicht mal große Brillen.
Autor: l.
Wienerstrasse

„Wenn ich die Summe verjubelt oder versteckt hätte, statt vorzusorgen, wäre nichts abgezogen worden. Versteht ihr? Es ist Betrug. Hinter dem ganzen Vorsorge-Gerede steckt ein gigantischer Betrug. Sie wollen, dass wir unser Geld irgendwohin bringen, wo sie es unter Kontrolle haben, dort nehmen sie es uns dann ab. Riester, Rürup, Lebensversicherung, daran verdienen die Versicherungen und der Staat, für dich selbst, mein Freund, bleibt fast nichts übrig.“ Martenstein, Zeitonline
Dufte!
Menschenjoghurt
Unsere Lebensentwürfe sind oft temporär: der Job, die Stadt. Gleichzeitig wünschen sich viele dauerhafte Bindungen.
Suchen wir sie? Ich habe eher das Gefühl, dass wir Wesen geworden sind, die ständig etwas Neues begehren und Menschen konsumieren wie Joghurt. Wie es um unsere Liebesfähigkeit bestellt ist, kann man bei Facebook beobachten. Da gibt es lauter so genannte Freunde, darunter hundert potentielle Partner, die den aktuellen sofort ersetzen können. Eine lange Warteliste, wie am Flughafen, und wenn es mit einem nicht klappt, checkt man den nächsten ab. Dass Menschen so leicht austauschbar sein sollen, macht mir Angst.
„Inmitten der Vielfalt droht so massive Engstirnigkeit. Der Diskurs unter Gleichgesinnten hat eine Verhärtung der Gruppenmeinung und den Ausschluss des Andersartigen zur Folge. Sunstein nennt Xenophobie, Denkfaulheit und wachsenden Extremismus als erwartbare Folgen. Als Beleg führt er Studien an, die den Nachweis führen, dass im Internet vorwiegend Gleichgesinntes miteinander verlinkt wird. Auch Blogs fallen für ihn hauptsächlich unter die Kategorie Dialog unter Gesinnungsgenossen. Das Netz zerfällt in diesem Szenario in unzählige Echokammern der eigenen Stimme, die nicht mehr in einem Metadiskurs aufgehoben sind und den Keim des Politischen ersticken. Zwei Dinge, sagt Sunstein, sind essentiell für die lebendige Demokratie: ein Raum gemeinsamer Erfahrung, damit der politische Diskurs überhaupt entstehen kann, und ungeplante Begegnungen. Leute müssen Dingen ausgesetzt seien, die sie selbst nicht gewählt hätten. Beides sei im Netz immer weniger gegeben.“ faz
Congstar
Wir haben uns vor acht Wochen entschieden bei dem Provider Congstar einen Vertrag über Internet und Telefonie abzuschliessen. Während der Beratung am Telefon war die Rede von einer Bereitstellungszeit von zwei Wochen. Nach wenigen Tagen erhalten wir eine Nachricht, dass wir einen Technikertermin in fünf Wochen haben. Da wir höfliche Menschen sind, entschliessen wir uns nach einigem Ärgern diese Zeit abzuwarten. Geduld ist eine der besten menschlichen Eigenschaften.
Am Tag des geplanten Technikertermins ist es nötig als Kunde vor Ort zu sein, um den Techniker in die Wohnung zulassen. Die Zeitspanne von 8.00 bis 16.00 Uhr ist natürlich ziemlich lang, aber wir sind höfliche Menschen und üben uns in Geduld! Geduld ist eine der besten menschlichen Eigenschaften.
Das achtstündige Warten schliesst natürlich die Ausübung der eigentlichen Berufung so ziemlich aus.
Man muss sich mit seinem Arbeitgeber arrangieren, damit man zu dieser Zeit auch die Tür für den Techniker öffnen kann. Man feiert also entweder Überstunden ab, oder nimmt sich frei. Diesen Termin habe ich zeitlich auf mich genommen. Ich möchte mich in Geduld üben. Geduld ist eine der besten menschlichen Eigenschaften.
Leider ist nach diesen acht Stunden Geduld kein Techniker bei uns vorbeigekommen, aber Congstar lässt einen nicht im Stich und schreibt einem via SMS zwei Minuten danach, man sollte bitte einen neuen Technikertermin vereinbaren. Ich bin kurz vorm Ausflippen, aber meine Freundin beruhigt mich via Telefon und vereinbart einen neuen Technikertermin. Ich erinnere mich an eine der besten menschlichen Eigenschaften. Geduld!
Zwei Wochen später ist der nächste Termin für den Techniker. Meine Freundin schlägt vor, dass wir uns die Zeit von 8.00 bis 12.00 und von 12.00 bis 16.00 Uhr aufteilen. Abgemacht. Dafür muss allerdings einer von uns eine Stunde durch die Stadt (von der Arbeit zur Whg und zurück) fahren, aber wir wollen uns in Geduld üben. Geduld ist eine der besten menschlichen Eigenschaften.
An diesem Tag warten wir also beide auf den Techniker und haben von der vielen Geduld schon fast das ewige Licht erreicht. Wir sehen beide ein sonniges warmes Leuchten in unserem Innern und glauben an die Ewigkeit in Wonne und Frieden. Es blitzt sogar kurzzeitig der Gedanke auf, so kurz vorm Ziel nun doch kein Internet mehr zu benötigen, als uns um 16.02 Uhr eine SMS aus dem gefühlten Einklang vom Menschen und seiner Umwelt reisst. Vereinbaren Sie bitte einen neuen Technikertermin. Damit ist der Wille ein besserer Mensch zu werden (wahrscheinlich für ewig) dahin. Geduld ist uns scheissegal!
Unser Tip: Falls ihr euch mit der Bestellung einer handelsüblichen Internetleitung bis in alle Ewigkeit in Geduld üben wollt, müsst ihr unbedingt bei Congstar (ist übrigens meines Wissens eine Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom) bestellen. Bei anderen Produkten dieser Firma geht das sicher auch ganz gut.
Ich mag die Verwirrung der Zeiten
„Der Experte des Smithsonian Institution Timothy McCoy – der angereist ist, um diesem Schauspiel beizuwohnen – sagt, dass dieser Stein aus den Sphären zwischen Mars und Jupiter heruntergefallen sei. 4,5 Milliarden Jahre alt; damit sei er viel älter als die Erdoberfläche, auf der er gelandet sei. Nicht nur das Raum-Zeit-Gefüge wird an dieser Stelle verrückt.“
…
Lehren heißt zweimal lernen! (Joseph Joubert)
Trend in Berlin

Berlinhipster haben jetzt alle die Frisur von Helmut Schmidt. Warum? Vielleicht liegt das an den elastischen Beinen.
notiz an mich
es geht um die dritte, von den matrix-machern vorenthaltene pille: die, die die wahrheit in der illusion, durch die illusion sichtbar werden läss
„Um Gottes willen. Wenn es heißt, der baut was auf im Internet, ist das gleichbedeutend mit dem Satz: Sie haben noch zwanzig Minuten, um Ihren Schreibtisch aufzuräumen. Nein, Internet ist nix für mich. Mich regt schon diese Handbewegung auf, mit der Leute auf dem iPad die Seiten weiterschieben.“
links for 2010-09-16
Oh, those Germans

„If they don’t, if the internet gets locked down and cemented up, I fear it will look like this bunker that — oh, photographic irony — stands just outside the Heinrich Böll Foundation where we are speaking. That’s a World War II bunker now owned by a millionnaire who built a penthouse on top and put an art gallery into the floors below behind doors that are opened for guided tours by appointment. The metaphor is too obvious even for an American.“
(Bevor man den Post auf buzzmachine.com liest, sollte man vielleicht erst den Podcast der Veranstaltung hören)
Country Code 8
13 September!
Purpose Maximisers
links for 2010-09-04
Jean Yves Lemoigne
links for 2010-09-03
Town of Brides
Alles verstehen
Alles vestehen heisst alles verzeihen.
#prinzessin_marja #krieg_und_frieden #leo_tolstoi
…
du deutsche sau du…du künstler
Tod
„Das Sterben darf nicht dem Boulevard überlassen werden“ (Schlingensief)
„bildzeitung für abiturienten habe ich zensiert! siehe nächsten post.“

Die Kunstwissenschaft ist das verlorene Ei im Universum! (R.Lobeck)




