Menschenjoghurt

Unsere Lebensentwürfe sind oft temporär: der Job, die Stadt. Gleichzeitig wünschen sich viele dauerhafte Bindungen.

Suchen wir sie? Ich habe eher das Gefühl, dass wir Wesen geworden sind, die ständig etwas Neues begehren und Menschen konsumieren wie Joghurt. Wie es um unsere Liebesfähigkeit bestellt ist, kann man bei Facebook beobachten. Da gibt es lauter so genannte Freunde, darunter hundert potentielle Partner, die den aktuellen sofort ersetzen können. Eine lange Warteliste, wie am Flughafen, und wenn es mit einem nicht klappt, checkt man den nächsten ab. Dass Menschen so leicht austauschbar sein sollen, macht mir Angst.

Interview mit Frédéric Beigbeder im Freitag