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Literatur Philosophie

Lovecraft (Thread)

Wir befinden uns hier in einem Moment, in dem die extreme Schärfe der sinnlichen Wahrnehmung kurz davor ist, eine Umwälzung der philosophischen Wahrnehmung der Welt aufzulösen, anders gesagt, wir befinden uns hier inmitten der Poesie.

Michel Houellebecq, Gegen die Welt, gegen das Leben … (Weiter in den Kommentaren …)

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Hätten sie es gewusst? Philosophie

…. auch gut

Jedes Gebären ist verdächtig; die Engel sind dazu glücklicherweise unfähig, denn die Fortsetzung des Lebens ist den Gefallenen vorbehalten.

Cioran: Die verfehlte Schöpfung

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Hätten sie es gewusst? Lebensweisheiten Philosophie

… ja, dass ist aber auch nicht schlecht.

Pronto verhalf mir zur Einsicht, dass Missgunst, Schlauheit und Heuchelei die Folgen der Willkürherrschaft seien und das im Allgemeinen diejenigen, welche bei uns Edelgeborene heißen, eben doch weniger Menschen Liebe besitzen als andere.

Selbstbetrachtungen, Marc Aurel

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Literatur Philosophie weltverschlechterung

Schmierige Affendekadenz

Paul hatte Menschen gekannt, die nicht im Traum daran gedacht hätten, ein einmal gegebenes Wort zurückzunehmen, bei Ihnen war es nicht einmal nötig, auf die Formalität des Versprechens zurückzugreifen. Er war überrascht, dass es solche Menschen noch gab …. Seit ungefähr einem Jahrhundert waren immer mehr Menschen anderer Art aufgetaucht, sie waren spaßig und schmierig, sie besaßen nicht einmal mehr die relative Unschuld von Affen, sie waren beseelt von der höllischen Mission, jedes Band zu zernagen und zu zerfressen, alles, was notwendig und menschlich war, zu zerstören. Leider hatten sie am Ende die breite Öffentlichkeit, die einfachen Menschen erreicht. Unter dem Einfluss von Denkern, die aufzuzählen viel zu langwierig wäre, war das gebildete Publikum schon seit langem für das Prinzip der Dekadenz gewonnen worden, aber das war nicht so schlimm, das entscheidende war die breite Öffentlichkeit, seit den Beatles und vielleicht seit Elvis Presley war sie zum Maßstab für jede Form von Anerkennung geworden, eine Rolle, die die gebildete Klasse, die sowohl auf der ethischen als auch der ästhetischen Ebene versagt und sich außerdem in intellektueller Hinsicht schwer blamiert hatte, nicht mehr auszufüllen in der Lage war. Damit hatte die breite Öffentlichkeit den Status einer universellen Anerkennungsinstanz, deren vorprogrammierte Entwertung, dachte Paul, ein sehr übler Vorgang war, der nur zu einem gewaltsam und traurigen Ende führen konnte.

Houellebecq, Vernichten

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Allgemein Philosophie Weltverbesserung

Stoische Gedanken

Man sah ein, dass die Entbehrung, das Leiden, nicht unmittelbar und notwendig hervorging aus dem Nicht-haben; sondern erst aus dem Haben-wollen und doch nicht haben; dass also dieses Haben-wollen die notwendige Bedingung ist, unter der allein das Nicht-haben zu Entbehrung wird, und Schmerz erzeugt.

Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung.

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Lebensweisheiten Philosophie Weltverbesserung

2022

„Man kann sich auf zwei Arten irren. Indem man glaubt, was nicht wahr ist. Oder indem man sich weigert zu glauben, was wahr ist“ Kierkegaard

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Allgemein Lebensweisheiten Literatur Philosophie

Organon

Der Behauptung, dass das erkennen Motivation der Materie ist, stellt sich also immer mit gleichem Recht die umgekehrte entgegen, dass alles Materielle nur Modifikation des Erkennens des Subjekt, als Vorstellung desselben, ist. Dennoch ist im Grunde das Ziel und das Ideal aller Naturwissenschaft ein völlig durchgeführter Materialismus. Dass wir nun diesen hier als offenbar unmöglich erkennen, bestätigt eine andere Wahrheit, die aus unserer Fernbetrachtung sich ergeben wird, dass nämlich alle Wissenschaft im eigentlichen Sinne, worunter ich die systematische Erkenntnis am Leitfaden des Satzes vom Grunde verstehe, nie ein letztes Ziel erreichen, noch eine völlig genügende Erklärung geben kann, weil sie das innerste Wesen der Welt nie trifft, nie über die Vorstellung hinaus kann, vielmehr im Grunde nichts weiter, als das Verhältnis einer Vorstellung zu anderen kennen lehrt.

……

Diese Darstellung, auf welche wir gekommen sind, in dem wir den konsequentesten der vom Objekt ausgehenden philosophischen Systeme, dem Materialismus, nach gingen, dient zugleich die untrennbar gegenseitige Abhängigkeit, bei nicht aufzuhebenen Gegensatz, zwischen Subjekt und Objekt anschaulich zu machen; welche Erkenntnis darauf leitet, das innerste Wesen der Welt, das Ding an sich, nicht mehr in einem jener beiden Elemente der Vorstellung, sondern vielmehr in einem von der Vorstellung gänzlich Verschiedenen zu suchen, welches nicht mit einem solchen ursprünglichen, wesentlichen und dabei unauflöslichen Gegensatz behaftet ist

Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung.

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Allgemein Philosophie

Die ganze Erbärmlichkeit der Subjektivität

Dies alles beruht darauf, dass in ihnen der Wille bei weitem die Erkenntnis überwiegt und ihr geringer Intellekt ganz im Dienste des Willens steht, von welchem er auch nicht auf einen Augenblick sich losmachen kann.

Schopenhauer, Aphorismen zur Lebensweisheit

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Allgemein Philosophie

Vive la France

„Die Erde ist mit Menschen übersät, die nicht verdienen, dass man mit ihnen redet.“ Voltaire

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Allgemein Philosophie

Jedes Böhnchen macht ein Tönchen

Wo der gute Ton hereintritt, geht der gesunde Verstand hinaus.

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Allgemein Philosophie

Kalenderspruch

Das Glück ist kein leichtes Ding. Nur sehr schwer finden wir es in uns und anderswo gar nicht. Chamfort

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Allgemein Philosophie

Toskana-Fraktion

Was ermüdest du deinen so schwachen Geist mit Plänen für die Ewigkeit? Horaz

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Allgemein Philosophie

Orkus

Sonst wollte ich zeigen, wie sich an das Ende der Anfang knüpfte, wie nämlich der Eros mit dem Tode in seinem geheimen Zusammenhang steht, vermöge, dessen der Orkus, oder Amenthes der Ägypter der Nehmende und der Gebende, also nicht nur der Nehmende, sondern auch der Gebende und der Tod das große Reservoir des Lebens ist. Daher also, daher, aus dem Orkus kommt alles, und dort ist schon jedes gewesen, dass jetzt Leben hat: – wären wir nur fähig, den Taschenspielerstreich zu begreifen, vermöge dessen das geschieht; dann wäre alles klar.

Schopenhauer, Aphorismen zur Lebenweisheit

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Allgemein Literatur Philosophie

Welch geistiger Genuss

Denn die höchsten die mannigfaltigsten und die anhaltendsten Genüsse sind die geistigen, wie sehr auch wir, in der Jugend, uns darüber täuschen mögen; diese aber hängen hauptsächlich von der geistigen Kraft ab. Hieraus also ist klar, wie sehr unser Glück abhängt von Dem, was wir sind, von unserer Individualität; während man meistens nur unser Schicksal, nur Das, was wir haben, oder was wir vorstellen, in Anschlag bringt. Das Schicksalaber kann sich bessern: zudem wird man, bei innerem Reichthum, von ihm nicht viel verlangen: hingegen ein Tropf bleibt ein Tropf, ein stumpfer Klotz ein stumpfer Klotz, bis an sein Ende, und wäre er im Paradies und von Huris umgeben. Schopenhauer, Aphorismen zur Lebenweisheit

Dass ein Schwachkopf weniger fähig sein mag, die Schönheit einer Symphonie oder eines subtilen Gedankengangs zu genießen, glaubt man ohne weiteres, im Hinblick auf beispielsweise eine Fellatio hingegen überrascht es; die Erfahrung bestätigt es jedoch. Die Tiefe des Behagens und selbst der sexuellen Lust wurzelt im Verstand und wächst proportional mit seiner Kapazität; unglücklicherweise verhält es sich mit dem Leid genauso. Houellebecq, In Schopenhauers Gegenwart

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Eudämonologie

Auf der Bühne spielt einer den Fürsten, ein anderer den Rat, ein Dritter den Diener, oder den Soldaten, oder den General und so weiter. Aber diese Unterschiede sind bloß im äußeren vorhanden, im innern, als Kern einer solchen Erscheinung, steckt bei allen dasselbe: ein armer Komödiant mit seiner Klage und Not. Im Leben ist es auch so. Die Unterschiede des Ranges und des Reichtums geben jedem seine Rolle zu spielen, aber keineswegs entspricht dieser eine innere Verschiedenheit des Glücksunbehagens, sondern auch hier steckt in jedem der selbe arme Tropf mit seiner Not und Plage, die wohl dem Stoffe nach bei jedem eine andere ist, aber der Form, d. h. dem eigentlichen Wesen nach so ziemlich bei allen dieselbe, wenn auch mit Unterschieden des Grades, die sich aber keineswegs nach Stand und Reichtum, d. h. nach der Rolle richten.

Schopenhauer, Aphorismen zur Lebensweisheit, Grundeinteilung

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Allgemein Philosophie

Schrittzähler

Nachdem ich mir einmal sicher war, dass in den heuchlerischen Freundschaftsbeweisen, mit denen man mich überschüttet, nichts als Lüge und Falschheit sind, geriet ich rasch ins andere Extrem. Von der Zeit an ward ich der Menschen überdrüssig und mein Wille der hierin mit dem ihrigen übereinstimmt hält mich weiter von ihnen entfernt, als alle ihre Ränke dies tun können …

…Der Anteil, den ich an Ihnen nehme, reicht höchstens bis zu Verachtung, aber niemals bis zum Haß: Schließlich liebe ich mich selbst zu sehr, um irgend jemand, wer es auch sei, hassen zu können. Das hieße meine Existenz einengen, zusammendrängen, während ich sie viel mehr auf das ganze Weltall ausdehnen möchte.

Rousseau, Die Träumereien eines einsamen Spaziergängers (Sechster Spaziergang)

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Allgemein Philosophie

Ganz reizend

Weil die Gegensätze sich erläutern, mag hier die Bemerkung ihre Stelle finden, dass das eigentliche Gegenteil des Erhabenen etwas ist, was man auf den ersten Blick wohl nicht dafür erkennt: Das Reizende.

Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung

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Allgemein Literatur Philosophie

Reform

Folgt man Schopenhauers Argumentation, bestünde die bestmögliche Reform der Kunsthochschulen darin, sie zu schließen. (Gilt auch für die Philosophie)

Hoellebecq, In Schopenhauers Gegenwart

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Allgemein Literatur Philosophie

Künstler Kontemplation

Aber der Ursprung, der Ausgangspunkt jeder Art von Schaffen ist im Grunde etwas anderes: Er besteht in einer angeborenen – und damit nicht lehrbaren – Veranlagung zur passiven und gleichsam gefühllosen Betrachtung der Welt. Der Künstler ist immer einer, der eben so gut gar nichts tun könnte, der allein mit der Versenkung in die Welt und einer damit verbundenen vagen Träumerei zufrieden wäre. Die heutige Massenkunst generiert beträchtliche Finanzströme, was durchaus amüsante Auswirkung hat. Das ambitionierte, aktive und netzwerkende Individuum, das darauf aus ist, in der Kunstszene Karriere zu machen, wird sein Ziel so gut wie nie erreichen. Den Sieg tragen nahezu antriebslose, zum loser geborene Nieten davon.

Houllebecq, In Schopenhauers Gegenwart

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Allgemein Lebensweisheiten Philosophie

Unterhaltsame Tragödien

Der Ernst des Leben über den ich nur lachen kann, oder … der Witz des Lebens über den ich nur weinen kann.

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Allgemein Philosophie

Gedanken über 2000 Jahre später

„Diejenigen, die klug genug sind, um sich in der Politik nicht zu engagieren, werden dadurch bestraft, das sie von Leuten regiert werden, die dümmer sind als sie selbst.“ (Plato)

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Allgemein Lebensweisheiten Philosophie

Gedanken 350 Jahre später II

Wenn ich mich zuweilen damit beschäftigt habe, die viel gestaltete Unrast der Menschen zu betrachten, die Gefahren und Mühsale, den sie sich aussetzen: am Hofe, im Kriege, worauf so viele Streitigkeiten, Leidenschaften, kühne und oft böse Unternehmungen entstehen, habe ich entdeckt, dass das ganze Unglück der Menschen aus einer einzigen Ursache kommt: nicht ruhig in einem Zimmer bleiben zu können. Pascal, Gedanken, Abteilung II, Die Zerstreuung

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Allgemein Lebensweisheiten Philosophie

Gedanken 350 Jahre später I

Da die Menschen kein Heilmittel gegen den Tod, das Elend, die Unwissenheit finden konnten, sind sie, um sich glücklich zu machen, darauf verfallen, nicht daran zu denken. Pascal, Gedanken, Abteilung II, Die Zerstreuung

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Allgemein Lebensweisheiten Philosophie

Satan

Die schönste List des Teufels ist es, uns zu überzeugen, dass er nicht existiert. Baudelaire