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Eintrge der Kategorie documenta

documenta 14

Die Kunst zensiert sich jetzt selbst. Arnold Bode würde sich im Grabe winden.

documenta 14

„In der lieblosen Präsentation spiegelt sich die Langweile, die Szymczyk von Anfang an für den Gründungsort der Documenta empfand.“ Rauterberg

Also wenn ich mir nun in Kassel Kunst anschauen muss, die die Langeweile der Stadt widerspiegelt, gehe ich bei meinem Besuch lieber mit den Kindern in Waldau spazieren! Obwohl ich mir natürlich Beuys zwischen den ganzen Hitlerjungs in der Neuen Galerie anschauen will. Könnte es sein, dass dieses Arrangement ein Provokation der Ausstellungsmacher sein soll? Ultrakrass!

Naja, eigentlich besuche ich als Teckelfan immer lieber das Erdmanndenkmal als die documenta. Das tröstet mich über vieles hinweg.

Falls mich mal jemand auf die documenta als Künstler einlädt – o gott, dass wäre so schön! – dann setze ich für 100 Tage eine Produktionsstätte von Krauss-Maffei Wegmann auf den Erdkilometer(glaspalastmäßig). Kollektivsuizid als Sinnquelle! Immer lustig und vergnügt bis der Arsch im Sarge liegt

ist das kunst, oder kann der endlich weg

„tötet helmut kohl“ geht ja nun nicht mehr. während seine leiche durch europa geschleppt wird (im moment liegt die wohl noch in oggersheim rum, eine woche schon! stinkt der kohl oder hat seine richterin eine große tiefkühltruhe besorgt?), fände ich eine plakataktion vor dem parthenon mit dem slogan „lasst helmut kohl auferstehen“ gut. auf der rückseite könnte man orte für das event vorschlagen. oggersheim, speyer, berlin, europa etc. die frage ist natürlich, ob deutschland seinen toten exkanzler erst noch kreuzigen müsste. das könnte ich mir z.z. als sepulkralskulptur gut auf dem friedrichsplatz vorstellen.

die panzernummer ist doch durch. sogar karl-heinz nagel ist schon mit einem flower-power-panzer während einer documenta auf dem friedrichsplatz erschienen. das will schon was heißen. diese 15min. of fame sind öde. alle 5 jahre die gleiche provinzposse. bullshit auf dem f-platz, d-xy hausrecht, bullen und ab dafür. danach noch diskussionsvorschläge von menschen, die die aufmerksamkeitsspanne künstlich am leben erhalten wollen. boah ey! wenn die kasseläner, kasselaner und kassler nicht ihr niveau erhöhen, sehe ich wirklich grundsätzlich schwarz für die nordhessische nekropole.

kunst zeigen und panzer bauen geht jedenfalls prima zusammen. ohne krauss-maffei-wegmann und konsorten hätte es niemals eine documenta gegeben! überhaupt bekommt man doch nach einem besuch auf einer documenta richtig lust, panzer zu bauen. also bitte nicht am ast spielen, auf dem man sitzt (vor allem nicht, wenn er so dünn ist).

beantworten sie eine frage, um weiterzulesen.

bin ich ein idiot?

  • a. ja
  • b. ganz bestimmt
  • c. auf jeden Fall

den leseflow habe ich mir von hna-online (die seite ist echt darknet!!!) abgeschaut. ok, wie funktioniert das: die hna verkauft die antworten. daraus werden völlig minderbemittelte statistiken zusammen geschustert, deren ergebnisse dann wiederum von idioten auf hna-online gelesen werden. allerdings erst nach dem sie beantwortet haben, ob sie idioten sind. wenn es nicht so ein altachtundsechzigerdreck wäre, würde ich schreiben: macht kaputt, was euch kaputt macht.

andy for ever!

alles zuombies, aber nett

fake news über fake art für fake communities oder gefakte systeme um sich selbst zu faken – falls man nicht schon gefaked ist. .. fuck fake! bin total begeistert. in kassel hat die polizei jetzt einen mobilen(?) auskunftsdienst, der den besuchern(mit oder ohne smartphone-beleg) auf anfrage bescheinigt, was kunst und was keine kunst ist – wozu die kunstwissenschaftler vor ort offenbar nicht in der lage sind. kunstpolizei statt bullen. – heute auf dem friedrichsplatz, lauter protexleute(private schutzpolizei?) sperren unseren neuen tempel, das bücher-parthenon ab wg unwettergefahr. also zack, schnell aufs rad und zurück nach waldau. danke jungs, grade noch gaschafft ,

Gerechtigkeitsmaschine Documenta

Kunst als Gerechtigkeitsmaschine. Wer wissen möchte, was heute so in der Gegenwartskunst passiert, was die neuen Formen der Wahrnehmung sind oder sein könnten, der ist hier falsch. Diese Fragen werden nicht mehr auf der Documenta verhandelt, sondern auf manchen Biennalen und in Museumsausstellungen, die einen weniger riesigen moralischen Auftrag vor sich hertragen. Das vielzitierte Superkunstjahr 2017 ist das Krisenjahr der Großausstellung geworden. Auf der Website der Kunstzeitschrift „Frieze“ schrieb die Kunsthistorikerin Susanne von Falkenhausen kürzlich über den politischen Legitimationszwang der Großausstellungen. Bezugspunkt sind die anderen, ist das Jenseits des vornehmlich westlich-weißen, ökonomisch gesicherten Bürgertums, dem auch die Kuratoren entstammen und die allermeisten Besucher.
Wer aber, argumentiert von Falkenhausen dort mit Hal Foster, im ethnographisch identifizierten Feld des „Anderen“ den Hauptsammelpunkt aller gegen die dominante Kultur gerichteten Kräfte sieht, der geht sich selbst auf den postkolonialen Leim und exotisiert dieses Andere. Die politische scheinbar eher indifferente, auf Lebenswelt von weißen Mittelschichtskindern abzielende 9. Berlin Biennale mit ihrer avancierten Prosumer-Ästhetik und ihren neuen, technologiegetriebenen Formen erscheint der Professorin plötzlich als „realistischer als das, was wir heute sehen: eine Outsourcing politischer Schuld, spiritueller Sehnsucht und Kollektivität, die das Westlich-Nördliche Selbst plagen, an das (post-)koloniale Andere“.

Faz & Frieze

resonanzbaum documenta 14

siebentausend leichen und trotzdem besucherrekord. vielleicht auch gerade deshalb. kann ja wohl nicht sein. documenta aus der ferne ist angenehm, wahrscheinlich sogar die beste möglichkeit der teilnahme. das reizvollste scheint der flug von calden nach athen zu sein. nach 400 tagen miterlebter documenta kann ich mir aber sehr gut die aufregung in ks vorstellen. alles steht kopf. die ganzen anwohnerkünstler aus der nordhessischen provinz versuchen mit documenta-parasiten-ausstellungen in verlassenen unterführungen und runtergekommenen leeren ladenzeilen, die schwarz gekleideten hungerhaken aus den bankrotten kunstmetropolen der welt für sich zu gewinnen. im völligen chaos gelingt ihnen das sogar. kurz. nach zwei sätzen merken die gäste, dass dieser ausstellungsort nicht offiziell zur documenta gehört. peinliche stille und langer schuh ist das resultat. die schlaueren künstler aus kassel haben das erkannt und bieten den besuchern veganen schweinebraten und cocktails auf ungenutzen parkplätzen an. mit der einnahme kann man dann wieder fünf jahre in einem atelier in der frankfurter str. rotwein trinken und mittags in der kunstmensa aufgewärmten hopplafraß zu sich nehmen. die welt ist also doch gut und rund. dennoch ärgert sich die ansässige kunstszene darüber, das die d-leitung schon wieder keinen künstler aus ks eingeladen hat. obwohl ja dieses mal viele nichts sagende werke aus den letzten winkeln der welt zusammengetragen wurden. also nichts marktrelevantes (faz). da hätte es doch wirklich mal gepasst, zumindest ein kasseler readymade in der transgender toilette vor der akropolis zu zeigen. 
ich habe den bewohnern kassels schon immer geraten, nicht über die zeit während der documenta nachzudenken, sondern über die zeit dazwischen. auweia, das macht keinen spass.