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resonanzbaum documenta 14

siebentausend leichen und trotzdem besucherrekord. vielleicht auch gerade deshalb. kann ja wohl nicht sein. documenta aus der ferne ist angenehm, wahrscheinlich sogar die beste möglichkeit der teilnahme. das reizvollste scheint der flug von calden nach athen zu sein. nach 400 tagen miterlebter documenta kann ich mir aber sehr gut die aufregung in ks vorstellen. alles steht kopf. die ganzen anwohnerkünstler aus der nordhessischen provinz versuchen mit documenta-parasiten-ausstellungen in verlassenen unterführungen und runtergekommenen leeren ladenzeilen, die schwarz gekleideten hungerhaken aus den bankrotten kunstmetropolen der welt für sich zu gewinnen. im völligen chaos gelingt ihnen das sogar. kurz. nach zwei sätzen merken die gäste, dass dieser ausstellungsort nicht offiziell zur documenta gehört. peinliche stille und langer schuh ist das resultat. die schlaueren künstler aus kassel haben das erkannt und bieten den besuchern veganen schweinebraten und cocktails auf ungenutzen parkplätzen an. mit der einnahme kann man dann wieder fünf jahre in einem atelier in der frankfurter str. rotwein trinken und mittags in der kunstmensa aufgewärmten hopplafraß zu sich nehmen. die welt ist also doch gut und rund. dennoch ärgert sich die ansässige kunstszene darüber, das die d-leitung schon wieder keinen künstler aus ks eingeladen hat. obwohl ja dieses mal viele nichts sagende werke aus den letzten winkeln der welt zusammengetragen wurden. also nichts marktrelevantes (faz). da hätte es doch wirklich mal gepasst, zumindest ein kasseler readymade in der transgender toilette vor der akropolis zu zeigen. 
ich habe den bewohnern kassels schon immer geraten, nicht über die zeit während der documenta nachzudenken, sondern über die zeit dazwischen. auweia, das macht keinen spass. 

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