interview

…Ich schreibe nicht für jemanden. Das ist das Letzte, wenn man sich dazu entwürdigt!…Wenn Sie sich darum kümmern, was sie(die Leute) denken, haben Sie es mit Lesern zu tun, mit dem Leser, das sagt schon alles!…Nein kein Bedarf, er liest, um so besser, wenn es ihn nicht gefällt, was soll’s? …Wenn mir Ihre Zeitung eine lebenslängliche Leibrente von 1000 Francs monatlich aussetzt, verzichte ich auf alles, ja, ich verbiete, daß man mich druckt, mit Vergnügen, mit Freuden!…Ja, das kotzt mich auch an!…In „Voyage“ bringe ich der Literatur noch gewisse Opfer, der gehobenen Literatur. Man findet noch schön gebaute Sätze…Meine Meinung nach ist das vom technischen Standpunkt aus veraltet…Ich wurde in Abenteuer verwickelt…Wie die Journalisten. Wir sind alle Journalisten. Ohne zu wissen, was wir erleben…Der Typ…dem…eine Bombe auf die Schnauze fällt, merkt gezwungenermaßen, daß etwas passiert, er schreibt an seine Zeitung!…Vor kurzem kam ein Typ daher, der sagte, ich hätte Komplexe…Nein! Alle anderen haben Komplexe für mich…

Madeleine Chapsal,( „Französische Schriftsteller intim“, Matthes&Seitz) im Gespräch mit Ferdinand Celine im Juni 1957 im Garten seines Hauses in Meudon.