Für Weihnachten zu spät…

…aber es wird im neuen Jahr auch andere Gelegenheiten geben, „Form:Ethik – Ein Brevier für Gestalter“ zu lesen, zu kaufen, zu schenken, zu bekommen. Das vom Kunsthistoriker Hajo Eickhoff und vom Designfachmann Jan Teunen geschriebene Buch verdient zweifelsohne den Titel „kurze Sammlung wichtiger Stellen“, kondensiert es doch auf 29 Seiten anregende Überlegungen zum Gestaltungsprozess.

Vom daran anschließenden Ethik-Alphabet hat nicht nur der Besitzer des Buches etwas, denn die Ausführungen zu den einzelnen Buchstaben können jeweils mit zwei perforierten Karten heraus getrennt werden, wobei der Text auch noch im Buch verbleibt und dort zudem die Möglichkeit besteht, zu notieren, wem man die Karte zu welchem Anlass gab und was die entsprechende Antwort war. Ein Buch, dessen Fortsetzung in der persönlichen Gestaltung besteht und an dessen Form auch das jeweilige Umfeld mitwirkt.

Eine Leseprobe in Form des Vorworts bietet übrigens die als Herausgeber fungierende Firma designafairs. Worum es Eickhoff und Teunen geht, formulieren sie sehr prägnant im ersten Kapitel: „Was im Außen dargestellt werden soll, muss im Innen angelegt, strukturell vorhanden sein – als inneres Design.“ Die beiden Autoren fahren im anschließenden Kapitel in dieser Dichte fort: „Eine Ethik für Gestalter muss eine Weltethik sein. Eine Ethik, durch die sich alle Menschen als Teil einer Menschheit begreifen und miteinander kooperieren und zugleich ihr Verhalten gegenüber der Natur und zukünftigen Generationen bedenken.“ Dieser Satz könnte besonders gut dem Documenta-Leiter Roger Buergel gefallen. Schließlich liegt für ihn das übergeordnete Ziel der Kasseler Kunstausstellung darin, jedem Individuum begreifbar zu machen, „dass es Teil einer globalen Komposition ist, für die es Verantwortung hat.“

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