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Teilchen vom Elementaren

Es läuft ja gerade der Film „Elementarteilchen“ der auf dem Gleichnamigen Roman von Michel Houellebecq basiert. Da ich mir nicht vorstellen kann, dass dieses komplexe Werk in 90 min. Film untergebracht werden kann, lese ich lieber noch mal das Buch. Allerdings muss ich auch dazu sagen, das der Roman zu den Top Five meiner gelesenen Bücher gehört und in so einem Fall wird man ja immer vom Film enttäuscht.

Vorhin habe ich es durchblättert und diese Stelle entdeckt:

»Die Formen der Natur«, schreibt Djerzinski, »sind menschliche Formen. In unserem Hirn tauchen Dreiecke, Verflechtungen und Verzweigungen auf. Wir erkennen sie wieder; wir achten sie; wir leben in ihrer Mitte. Inmitten
unserer Schöpfungen, menschlicher Schöpfungen, die dem Menschen mittelbar sind, entwickeln wir uns und sterben. Inmitten des Raumes, des menschlichen Raumes, nehmen wir unsere Messungen vor; durch diese Messungen schaffen wir den Raum, den Raum zwischen unseren Instrumenten.

Den unwissenden Menschen «,fährt Djerzinski fort,» versetzt die Vorstellung des Raumes in panisches Entsetzen; er stellt sich ihn riesig, finster und gähnend leer vor. Er stellt sich die Wesen als einfache, im Raum abgekapselte, zusammengekrümmte kugelförmige Gebilde vor, die von der ewigen Anwesenheit der drei Dimensionen erdrückt werden. Von der Vorstellung des Raums in panischen Entsetzen versetzt, krümmen sich die Menschen zusammen; ihnen ist kalt, sie haben Angst. Bestenfalls durchqueren sie den Raum, begrüssen sich traurig inmitten des Raums. Dabei ist der Raum in ihnen selbst, es handelt sich nur um etwas, das ihr eigener Geist geschaffen hat.

In diesem Raum, vor dem die Menschen Angst haben«,schreibt Djerzinski weiter,», lernen sie zu leben und zu sterben; in ihrem geistigen Raum entstehen Trennungen, Distanz und Leiden. Dazu lässt sich wenig sagen: Der Liebhaber hört den Ruf seiner geliebten über Ozeane und Gebirge hinweg; über Gebirge und Ozeane hinweg hört die Mutter den ruf ihres Kindes. Die Liebe verbindet, und sie verbindet für immer. Die gute Tat ist eine Bindung, die böse Tat eine Lösung der Bindung. Trennung ist ein anderer Name für das Böse; sie ist auch ein anderer Name für die Lüge. Es gibt tatsächlich nur eine herrliche, riesige gegenseitige Verflechtung»

da zui said,

März 23, 2006 @ 13:33

es gibt auch ein sehr gutes hörbuch.
produziert vom wdr.
es spricht blixa bargeld (den ich z. zt. ständig treffe).

Lars Roth said,

März 23, 2006 @ 14:26

Hörbuch gut und schön. Waaaasssss. Du triffst blixa. Cool! Was macht der den
in china. Naja nirgendwo kann man wohl neubauten so gut und viel einstürzen lassen, wie in china. hehe

da zui said,

März 23, 2006 @ 15:23

blixa wohnt jetzt in beijing.
wir sehen uns auf ausstellungseröffnungen, in kneipen, bei live-konzerten.
wir haben auch schon hübsch visitenkarten getauscht.
zwei men-in-black in china eben.

kai said,

März 23, 2006 @ 23:45

jaja, tatsächlich genialer textausschnitt.. solch tiefgreifende gedankenwelt findet sich im kinofilm natürlich nicht. trotzdem war ich vom film nicht so enttäuscht wie erwartet oder befürchtet.

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