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Du redest laut, doch du ….

Zielpublikum hat mich drauf gebracht. Warum bin ich eigentlich nicht eher auf den Gedanken gekommen. Blogger sind die Rapper des Internets. Mit Sätzen wie «Wir müssen reden wie wir sind, wir müssen schreiben was wir denken, wir müssen so formulieren, dass andere uns verstehen, und – uns das ist ganz wichtig – wir müssen unseren eigenen Stil finden.»

Ja das erinnert doch mehr als deutlich an die Ursprünge des Raps. Vielleicht liegt da auch der Hund begraben, warum so viele Musiker bloggen. Neulich meinte Mister Spreeblick (auch Musiker) in einem Podcast (leider keine Ahnung in welchem und ich habe auch keine Lust alle durch zu hören), dass das schreiben eines längeren Blogbeitrags, doch deutlich Ähnlichkeit mit dem Schreiben eines Songs hat. Ich kann’s nicht sagen (bin kein Musiker), aber ich kann’s mir gut vorstellen. Vor allem erinnert mich die Blogosphäre an das aufkommen vom deutschen Hiphop. Man wird ja doch noch von vielen belächelt, wenn man verlauten lässt, man ist Blogger. Die meisten denken an: Zähne geputzt, Frühstück war schlecht, Arbeiten gegangen, Freundin hat schluss gemacht, u.s.w. „Wer will sich denn den ganzen Scheiss durchlesen.“ So was höre ich oft. So war es Anfang der 90ziger auch mit dem Deutschen „Sprechgesang“. Vielleicht sollte man mal bei den Fantas nachfragen, ob die da auch Parallelen sehen.

Die Welle kommt genau wie damals aus dem Land des unbegrenzten Schwachsinns zu uns rüber. (Ok, was kommt da nicht her (Franfurter Würstchen)) Die sind natürlich viel weiter. Von Blogfarmen ist die Rede. Unternehmer stellen Leute ein, die den ganzen Tag so vor sich hin bloggen. Hört sich ein bisschen nach Plattenboss an. Oder nach Dieter-hirnverbrannt-Bohlen. Deutschland sucht das Superblog. Na ja, den haben wir ja schon. Auch wenn er gerade Vertretungsblogger angestellt hat. Ah, da fängt es ja schon an. Wenn’s denn so weiter geht, kauft Spon bald Johnny Spreeblick. Oder wir haben 2015 nicht Google-Epic sondern Google-Eblick.

Ich bin jedenfalls gespannt wie sich das Ganze weiter entwickelt. Vielleicht kann man aber am Verlauf des deuschen HipHop auch ein wenig die ganze Sache absehen. Solche Marktstrukturen sind ja oft gleich. Es werden am Ende bestimmt einige Blogs richtig Geld verdienen, aber hoffentlich auch noch eine Aussage haben. Manche werden eine Menge zu sagen haben, aber keinen Pfennig verdienen. Dazwischen und darunter gibt es die Trafficnutten, die sich an jeden verdammten Hype dranhängen, obwohl sie nicht den geringsten Schimmer von der Sache haben. Technorati Top Searchs können sie gerade noch so lesen.

Ganz nach dem F4 Motto: „Du redest laut, doch du sagst gar nichts“

Weltregierung said,

März 24, 2006 @ 09:19

„Word!“

….wenn Sie bei mir n bissel stöbern finden se
bestimmt battlerhymes :) kein Scheiss, my Afroamerikanischer Bruder!

verlinkt sind´se schon längst btw -„movinthang“
ihnen sollte längst aufgefalln sein, dass ich die
eigene Namensgebung anderer garnicht respektiere :)))

– Grussregierung.

Dunkelzahn said,

März 24, 2006 @ 12:23

Mal sehn! Der deutsche Hip-Hop hat in seinen Anfängen sehr viel für Verständigung zwischen den Kulturen der Einwanderer und den „Einheimischen“ geworben. Häufig nur durch Kritik an dem bestehenden Zustand, aber vielleicht konnte der Ein oder Andere dadurch zum Nachdenken über Vorurteile gebracht werden.

Und was wollen Blogger? Kulturrevolution???
Es wäre schon mal ein Anfang, wenn wir alle unsere Fernseher zeitgleich aus dem Fenster werfen!

Vielleicht finden sich da noch mehr Parallelen. Bin gespannt darauf welche wir in einer Diskussion noch herausarbeiten können. Die pessimistische Zukunfstperspektive mal ausgeklammert.

PS: FRK show me this site!

h_rich said,

März 24, 2006 @ 15:10

He regierung, gib mir tiernamen, bitte. Gib, schon, los. Nix für ungut, nicht aufgepasst, sechs setzen. Nee,nee, mein (dein) name gefällt mir schon gut.

Mr. Dunkelzahn, Fernseher rausschmeissen lohnt nicht mehr. Schimmelt eh so vor sich hin. Nix neues für mich als Konsument, also bleiben nur die neuen Wege.
Wo sie hinführen kann keiner wissen, vielleicht eher zum Senden als zum Empfangen. Aber was, was, was ist die frage. Also wohin? Zurück zu dir!

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