{"id":8550,"date":"2011-09-13T20:17:49","date_gmt":"2011-09-13T19:17:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bewegteflaeche.de\/?p=8550"},"modified":"2011-09-13T20:20:13","modified_gmt":"2011-09-13T19:20:13","slug":"aus-dem-exil-5","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.bewegteflaeche.de\/?p=8550","title":{"rendered":"Aus dem Exil (5)"},"content":{"rendered":"<p>Mitten in der Welt der heiteren Geisteskrankheit kommuniziert der moderne Mensch nicht mehr mit dem Irren. Auf der einen Seite gibt es den Vernunftmenschen, der den Arzt zum Wahnsinn deligiert und dadurch nur eine Beziehung vermittels der abstrakten Universalit\u00e4t der Krankheit zul\u00e4\u00dft. Auf der anderen Seite gibt es den wahnsinnigen Menschen, der mit dem anderen nur durch die Vermittlung einer ebenso abstrakten Vernunft kommuniziert, die Ordnung, physischer und moralischer Zwang, anonymer Druck der Gruppe, Konformit\u00e4tsforderung ist. Es gibt keine gemeinsame Sprache, vielmehr es gibt sie nicht mehr. Die Konstituierung des Wahnsinns als Geisteskrankheit am Ende des achtzehnten Jahrhunderts trifft die Feststellung eines abgebrochenen Dialogs, gibt die Trennung als bereits vollzogen aus und l\u00e4\u00dft all die unvollkommenen Worte ohne feste Syntax, die ein wenig an Gestammel erinnerten und in denen sich der Austausch zwischen Wahnsinn und Vernunft vollzog, im Vergessen versinken.<\/p>\n<p>Die Sprache der Psychiatrie, die ein Monolog der Vernunft \u00fcber den Wahnsinn ist, hat sich nur auf einem solchen Schweigen errichten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wahnsinn und Gesellschaft, Michel Foucault<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mitten in der Welt der heiteren Geisteskrankheit kommuniziert der moderne Mensch nicht mehr mit dem Irren. Auf der einen Seite gibt es den Vernunftmenschen, der den Arzt zum Wahnsinn deligiert und dadurch nur eine Beziehung vermittels der abstrakten Universalit\u00e4t der Krankheit zul\u00e4\u00dft. Auf der anderen Seite gibt es den wahnsinnigen Menschen, der mit dem anderen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[],"class_list":["post-8550","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-literatur"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.bewegteflaeche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8550","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.bewegteflaeche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.bewegteflaeche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.bewegteflaeche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.bewegteflaeche.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8550"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.bewegteflaeche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8550\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8552,"href":"http:\/\/www.bewegteflaeche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8550\/revisions\/8552"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.bewegteflaeche.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8550"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.bewegteflaeche.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8550"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.bewegteflaeche.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8550"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}