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Archiv für Oktober, 2010

Hier mein Rat an die Jugend

„Wenn ich die Summe verjubelt oder versteckt hätte, statt vorzusorgen, wäre nichts abgezogen worden. Versteht ihr? Es ist Betrug. Hinter dem ganzen Vorsorge-Gerede steckt ein gigantischer Betrug. Sie wollen, dass wir unser Geld irgendwohin bringen, wo sie es unter Kontrolle haben, dort nehmen sie es uns dann ab. Riester, Rürup, Lebensversicherung, daran verdienen die Versicherungen und der Staat, für dich selbst, mein Freund, bleibt fast nichts übrig.“ Martenstein, Zeitonline

social networking

„In der Stadt lebt man zu seiner Unterhaltung, auf dem Lande zur Unterhaltung der anderen.“ (Oscar Wilde)
perlentaucher heute

Shadoks

Dufte!

Menschenjoghurt

Unsere Lebensentwürfe sind oft temporär: der Job, die Stadt. Gleichzeitig wünschen sich viele dauerhafte Bindungen.

Suchen wir sie? Ich habe eher das Gefühl, dass wir Wesen geworden sind, die ständig etwas Neues begehren und Menschen konsumieren wie Joghurt. Wie es um unsere Liebesfähigkeit bestellt ist, kann man bei Facebook beobachten. Da gibt es lauter so genannte Freunde, darunter hundert potentielle Partner, die den aktuellen sofort ersetzen können. Eine lange Warteliste, wie am Flughafen, und wenn es mit einem nicht klappt, checkt man den nächsten ab. Dass Menschen so leicht austauschbar sein sollen, macht mir Angst.

Interview mit Frédéric Beigbeder im Freitag

social network

Der Inhaber dieses Dokuments ist einer der bevollmächtigten Vertreter der russischen Sektion der Allianz für die Weltrevolution (No.2771).

(Michail Bakunin)
Allianz für die Revolution in Europa, Zentralkomitee, 12.5.69, Genf(?)

((Berechtigungsschein für S.Netschajew, vermutl. verloren))

nach E.H.Carr „Romantiker der Revolution“, S.331, 1933/2004

Muttersöhnchen

Selbstgespräche via Netz

„Inmitten der Vielfalt droht so massive Engstirnigkeit. Der Diskurs unter Gleichgesinnten hat eine Verhärtung der Gruppenmeinung und den Ausschluss des Andersartigen zur Folge. Sunstein nennt Xenophobie, Denkfaulheit und wachsenden Extremismus als erwartbare Folgen. Als Beleg führt er Studien an, die den Nachweis führen, dass im Internet vorwiegend Gleichgesinntes miteinander verlinkt wird. Auch Blogs fallen für ihn hauptsächlich unter die Kategorie Dialog unter Gesinnungsgenossen. Das Netz zerfällt in diesem Szenario in unzählige Echokammern der eigenen Stimme, die nicht mehr in einem Metadiskurs aufgehoben sind und den Keim des Politischen ersticken. Zwei Dinge, sagt Sunstein, sind essentiell für die lebendige Demokratie: ein Raum gemeinsamer Erfahrung, damit der politische Diskurs überhaupt entstehen kann, und ungeplante Begegnungen. Leute müssen Dingen ausgesetzt seien, die sie selbst nicht gewählt hätten. Beides sei im Netz immer weniger gegeben.“ faz

visuelle kommunikation

z.zt. befinden sich ca. 7Mrd. (menschen)affen auf der erde, die geschätzte 1Mrd. bäume (bzw. 7Mrd. tragfähige Äste) benötigen um 24 std elementare, mehr audio als visuelle, kommunikation an den wasserstellen für die eine hälfte der tierwelt als warnung vor der anderen hälfte zu betreiben. dazu muss man – dh. alle menschenaffen – wieder lernen auf allen 4en zu gehen, laufen, klettern und springen(base jumping?). jogging ist eine wichtige stufe der biologischen rückbesinnung, reicht aber noch nicht aus.

üben

Karl Marx Str.

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Congstar

Wir haben uns vor acht Wochen entschieden bei dem Provider Congstar einen Vertrag über Internet und Telefonie abzuschliessen. Während der Beratung am Telefon war die Rede von einer Bereitstellungszeit von zwei Wochen. Nach wenigen Tagen erhalten wir eine Nachricht, dass wir einen Technikertermin in fünf Wochen haben. Da wir höfliche Menschen sind, entschliessen wir uns nach einigem Ärgern diese Zeit abzuwarten. Geduld ist eine der besten menschlichen Eigenschaften.

Am Tag des geplanten Technikertermins ist es nötig als Kunde vor Ort zu sein, um den Techniker in die Wohnung zulassen. Die Zeitspanne von 8.00 bis 16.00 Uhr ist natürlich ziemlich lang, aber wir sind höfliche Menschen und üben uns in Geduld! Geduld ist eine der besten menschlichen Eigenschaften.

Das achtstündige Warten schliesst natürlich die Ausübung der eigentlichen Berufung so ziemlich aus.
Man muss sich mit seinem Arbeitgeber arrangieren, damit man zu dieser Zeit auch die Tür für den Techniker öffnen kann. Man feiert also entweder Überstunden ab, oder nimmt sich frei. Diesen Termin habe ich zeitlich auf mich genommen. Ich möchte mich in Geduld üben. Geduld ist eine der besten menschlichen Eigenschaften.

Leider ist nach diesen acht Stunden Geduld kein Techniker bei uns vorbeigekommen, aber Congstar lässt einen nicht im Stich und schreibt einem via SMS zwei Minuten danach, man sollte bitte einen neuen Technikertermin vereinbaren. Ich bin kurz vorm Ausflippen, aber meine Freundin beruhigt mich via Telefon und vereinbart einen neuen Technikertermin. Ich erinnere mich an eine der besten menschlichen Eigenschaften. Geduld!

Zwei Wochen später ist der nächste Termin für den Techniker. Meine Freundin schlägt vor, dass wir uns die Zeit von 8.00 bis 12.00 und von 12.00 bis 16.00 Uhr aufteilen. Abgemacht. Dafür muss allerdings einer von uns eine Stunde durch die Stadt (von der Arbeit zur Whg und zurück) fahren, aber wir wollen uns in Geduld üben. Geduld ist eine der besten menschlichen Eigenschaften.

An diesem Tag warten wir also beide auf den Techniker und haben von der vielen Geduld schon fast das ewige Licht erreicht. Wir sehen beide ein sonniges warmes Leuchten in unserem Innern und glauben an die Ewigkeit in Wonne und Frieden. Es blitzt sogar kurzzeitig der Gedanke auf, so kurz vorm Ziel nun doch kein Internet mehr zu benötigen, als uns um 16.02 Uhr eine SMS aus dem gefühlten Einklang vom Menschen und seiner Umwelt reisst. Vereinbaren Sie bitte einen neuen Technikertermin. Damit ist der Wille ein besserer Mensch zu werden (wahrscheinlich für ewig) dahin. Geduld ist uns scheissegal!

Unser Tip: Falls ihr euch mit der Bestellung einer handelsüblichen Internetleitung bis in alle Ewigkeit in Geduld üben wollt, müsst ihr unbedingt bei Congstar (ist übrigens meines Wissens eine Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom) bestellen. Bei anderen Produkten dieser Firma geht das sicher auch ganz gut.

Ich mag die Verwirrung der Zeiten

„Der Experte des Smithsonian Institution Timothy McCoy – der angereist ist, um diesem Schauspiel beizuwohnen – sagt, dass dieser Stein aus den Sphären zwischen Mars und Jupiter heruntergefallen sei. 4,5 Milliarden Jahre alt; damit sei er viel älter als die Erdoberfläche, auf der er gelandet sei. Nicht nur das Raum-Zeit-Gefüge wird an dieser Stelle verrückt.“

faz

Lehren heißt zweimal lernen! (Joseph Joubert)

gegenwart

inzwischen sind die „nazis“ – wer auch immer als solcher bezeichnet
wird – fast immer die ehrlicheren demokraten, so wie unsere demokratischen interessensvertretungen in der regel die besseren nazis sind (bezogen auf die vergangenheit und gegenwart)
(überarbeiten)

Konsens/Nonsens

konsens und nonsens als sich ergänzende und bedingende begriffe.
d.h. im konsens steckt der non-sens und umgekehrt im nonsens der kon-sens.
was sich beides z.zt. jederzeit und überall gut beobachten lässt.
(nach einem vorschlag von hannes böhringer / seminar böhringer/lobeck ca. 2000(?); damals war uns das noch nicht so ganz klar, scheint aber inzwischen ein alter hut zu sein)

ein anderer gegenbegriff ist der etwas aus der mode gekommene dissens.

Martin Sonneborn über die Lage der Nation

Auch im Fall von Stuttgart 21 haben wir eine Vision: Wir sind gegen Stuttgart 21 und für das Projekt Stuttgart 45. Wie diese Vision aussieht, können Sie sich von ihrem Vater oder Großvater einmal schildern lassen. Wir wissen, dass es dafür außerhalb Stuttgarts unglaublich viele Sympathien gibt. Und bei diesem Projekt würde es auch nicht zu derart querulatorischen, pseudodemokratischen Theaterrevolutionen eines saturierten Bürgertums kommen.

The European, Gespräche: 20 Jahre Deutschland – Martin Sonneborn